1. Toilette für alle in Freudenstadt

Am unteren Marktplatz wurde die neue "Toilette für alle" offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Es ist die erste ihrer Art im Kreis Freudenstadt. Mit der offiziellen Inbetriebnahme der "Toilette für alle" hat die Stadt Freudenstadt in Sachen Inklusion und Behindertenfreundlichkeit noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht.

"Toilette für alle" ist ein Projekt der "Stiftung Leben pur", die sich dafür einsetzt, dass es bundesweit an allen öffentlichen Orten Toiletten gibt, die für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen geeignet sind. Einige, wie hier in Freudenstadt, werden mit dem Handi-Move Patientenlifter ausgestattet.

Freudenstadt Schritt zu mehr Behindertenfreundlichkeit Schwarzwaelder Bote

Der Schwarzwälder Bote berichtet am 20.08.2020:

Am unteren Marktplatz wurde die neue "Toilette für alle" offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Es ist die erste ihrer Art im Kreis Freudenstadt.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme der "Toilette für alle" hat die Stadt Freudenstadt in Sachen Inklusion und Behindertenfreundlichkeit noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Insbesondere Stadtrat Friedrich Volpp hatte seit über vier Jahren vehement für das Projekt gekämpft - am Ende mit Erfolg.

Zahl der Erwachsenen mit Windeln nimmt zu

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Julian Osswald, Rudolf Müller vom Amt für Stadtentwicklung, den Stadträten Beate Gernsheimer und Eberhard Haug sowie Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl vom Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg freute er sich über den Erfolg.

Zielgruppe der "Toilette für alle" sind Menschen mit einer schweren und teilweise auch mehrfachen Behinderung, die es ihnen nicht ermöglicht, eine normale oder eine so genannte Rollstuhltoilette zu nutzen. Unter anderem deshalb, weil sie beispielsweise aufgrund der Inkontinenz gewickelt werden müssen. Die "Toilette für alle" ist deshalb mehr als eine normale barrierefreie Toilette und umfasst immer auch eine höhenverstellbare Pflegeliege für Erwachsene, einen Patientenlifter zum Umsetzen vom Rollstuhl auf die Liege, einen verschließbaren Windeleimer und ein unterfahrbares Waschbecken. Jutta Pagel-Steidl, "des Landes oberste Klofrau", meinte sie schmunzelnd, erinnerte bei der Gelegenheit an einen Rundgang durch Freudenstadt vor fünf Jahren, bei dem man das Thema Barrierefreiheit und in diesem Zusammenhang eben auch die "Toilette für alle" erstmals thematisiert hatte.

Immerhin seien 380.000 Menschen allein in Baden-Württemberg so schwer erkrankt, dass sie eine solche Toilette im Bedarfsfall auch tatsächlich benötigten, so Pagel-Steidl. Die Zahl der Erwachsenen mit Windeln nehme zu. Das Wort Inklusion sei heute zwar in aller Munde, Inklusion ohne "Toilette für alle" funktioniere aber nicht.

Umsetzung hat etwas länger gedauert

Beispielhaft schilderte sie die Situation, bei der eine schwerbehinderte und inkontinente Person beispielsweise von Angehörigen bei einer Ausfahrt unter schwierigen Bedingungen im Auto gewickelt werden muss, mit der Autotür als Sichtschutz. Während es Wickeltische für Kleinkinder fast überall gebe, seien Erwachsene in dieser Situation häufig sehr schwierigen Bedingungen ausgesetzt. Im Landkreis Freudenstadt sei die jetzt eröffnete Toilette bisher jedenfalls die erste und einzige dieser Art. Eine weitere sei im Nationalparkzentrum vorgesehen.

Oberbürgermeister Julian Osswald sprach von einem "großen Anliegen", nachdem man in den vergangenen Jahren in der gesamten Innenstadt bereits auf möglichst barrierefreie Zugänge geachtet habe. Die Umsetzung des Projekts habe deshalb länger gedauert, weil man den Raumanforderungen an eine solche Toilette genügen musste und nicht gleich den passenden Platz dafür aufgrund der Mindestgrundfläche gefunden habe. Der jetzige Standort am unteren Marktplatz sei aufgrund der dortigen Besucherfrequenz und aufgrund der ankommenden Busse "optimal".

Osswald dankte auch dem Sozialministerium, das die Umbaukosten von 19.000 Euro mit einem Zuschuss von 12.000 Euro gefördert hat. Sein Dank galt darüber hinaus den Initiatoren sowie dem Amt für Stadtentwicklung. Gemeinsam mit Jutta Pagel-Steidl demonstrierte Osswald abschließend die Funktionsweise des Patientenlifters in der Toilette bis hin zum Umbetten auf die Pflegeliege.

Quelle: https://www.schwarzwaelder-bote.de

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